In Theater of the Sea leben viele gerettete Tiere, darunter Delfine, Seelöwen, Meeresschildkröten, Krokodile und Greifvögel, deren Auswilderung aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich ist. Oft benötigen die Tiere langfristig eine spezielle Versorgung, die ausschließlich durch Spenden finanziert wird. Jedes unserer Tiere hat seine eigene Geschichte und trägt damit dazu bei, die Öffentlichkeit über die vielen natürlichen und menschengemachten Bedrohungen zu informieren, denen ihre Artgenossen in Freiheit ausgesetzt sind.

Toby

Toby, ein junger Großer Atlantischer Tümmler (Tursiops truncatus) wurde, abgemagert und mit Haibissen übersät, am 21. November 2008 am Strand gefunden. Ein Freiwilligenteam des Texas Marine Mammal Stranding Network (TMMSN) brachte ihn zur Erstuntersuchung ins Texas State Aquarium. Dort blieb er sechs Wochen lang, bis sich sein Zustand stabilisiert hatte. Anschließend wurde er zu TMMSN auf Galveston Island verlegt, wo er acht Monate lang aufopferungsvoll vom dortigen Team aus Freiwilligen rund um die Uhr betreut wurde. Als die US-amerikanische nationale Fischereibehörde feststellte, dass Toby aus gesundheitlichen und verhaltensbedingten Gründen nicht mehr in die Freiheit entlassen werden konnte, fand er in Theater of the Sea ein neues dauerhaftes Zuhause. So schreibt TMMSN auf seiner Website, dass man viel Positives über das Angebot zur Verhaltensanreicherung und die Tierpfleger der Einrichtung gehört habe und sich freue, dass Toby nun dort bei optimaler Pflege den Rest seines Lebens verbringen könne. Toby kam am 24. August 2009 nach einem zweistündigen Charterflug aus Texas auf den Florida Keys in Theater of the Sea an. Ausgerechnet in dem Moment, in dem das Flugzeug landete, wurde im Park ein Delfinjunges geboren. Die beiden sind nun beste Freunde.

Toby
Bella

Bella

Bella ist ein junges Kalifornisches Seelöwenweibchen (Zalophus californianus). Sie strandete als Jungtier an einem Strand in Kalifornien und wurde vom Marine Mammal Care Center im dortigen San Pedro eingesammelt und wieder aufgepäppelt. Die US-amerikanische nationale Fischereibehörde entschied später, dass Bella wegen einer neurologischen Störung, aufgrund der sie ihren Kopf dauernd hin- und herwiegt, nicht mehr ausgewildert werden konnte. Im Oktober 2009 wurde das Tier von Los Angeles nach Miami geflogen und dann mit dem Auto nach Theater of the Sea gebracht. Dort ist sie richtig aufgeblüht und lebt mit anderen Seelöwen in einer Gruppe, darunter ein Weibchen in ihrem Alter.

Malibu & Monica

Malibu und Monica strandeten an der kalifornischen Küste und waren ausgemergelt, ausgetrocknet und untergewichtig. Seit Januar 2013 wird dort vermehrt beobachtet, dass junge Seelöwen krank und abgemagert angespült werden. Beide Tiere wurden gerettet und im Marine Mammal Care Center in San Pedro in Kalifornien versorgt.

Malibu wurde am Strand von Malibu angespült. Aufgrund ihrer starken Fixierung auf Menschen kann sie nicht mehr ausgewildert werden.

Monica strandete bei Santa Monica, wurde aufgepäppelt und wieder freigelassen. Leider wurde sie vier Wochen später, erneut abgemagert, wieder an Land gespült. Somit wurde auch bei ihr eine Auswilderung ausgeschlossen.

Malibu und Monica kamen am 5. Januar 2016 nach Theater of the Sea und haben sich seither gut in die bestehende Seelöwengruppe integriert.

Malibu & Monica
Mariner

Mariner

Ausgesetzte und aufgegriffene Katzen leben scharenweise in Theater of the Sea. Alle Tiere werden individuell betreut. Der Park sorgt dafür, dass sie gefüttert, kastriert und sterilisiert werden, ihre jährlichen Impfungen erhalten und bei Bedarf tierärztlich betreut werden. Die Katzen leben in einem großen, eigens für sie errichteten Bereich. Leider sind aber auch bei uns die Räumlichkeiten begrenzt, so dass Theater of the Sea keine weiteren Katzen mehr aufnehmen kann.

Mariner, unser Maine-Coon-Kater, lebt seit August 2003 im Park. Unbekannte hatten das schwache und ausgehungerte Katzenkind achtlos in einen Müllcontainer am Mariners-Krankenhaus in Tavernier geworfen. Den dortigen Krankenschwestern war bekannt, dass wir ausgesetzte Katzen aufnehmen. Durch Zufall war einer unserer Angestellten gerade in der Notaufnahme, als der Kater gefunden wurde. Bei der tierärztlichen Untersuchung wurde Mariners Alter auf gerade einmal vier Monate geschätzt. Die Waage zeigte nicht einmal ein halbes Kilogramm. Viele Wochen lang wurde er im Büro der Parkleitung hingebungsvoll umsorgt und liebte es, sich unter der Schreibtischlampe zu wärmen. Inzwischen wiegt er gute sechs Kilogramm und ist in den Souvenirladen umgezogen.

Aphrodite

Aphrodite ist eine weibliche Grüne Suppenschildkröte (Chelonia mydas). Sie wurde gestrandet am 10. September 1991 am Conch Reef in Key Largo gefunden. Damals war sie kaum größer als ein Speiseteller. Aphrodite hatte sich in einer Fangleine verheddert und war von Wundbrand übersät. Infolgedessen mussten ihre Schwimmflossen amputiert werden. In Theater of the Sea hat sie seither ein neues Zuhause gefunden und konnte dort in den vergangenen 20 Jahren fast 136 Kilogramm an Gewicht zulegen. Wenn es darum geht, Besucher auf die Verschmutzung der Meere und die davon ausgehenden Gefahren für Tiere hinzuweisen, ist Aphrodite ein Paradebeispiel.

Aphrodite
Christmas

Christmas

Christmas ist eine jugendliche Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata). Sie wurde am 25. Dezember 2006 in der Nähe von Sugarloaf Key am Strand entdeckt und zur Meeresschildkrötenklinik Hidden Harbor Turtle Hospital (HHTH) gebracht. Dort wurde eine Auftriebsstörung festgestellt, weshalb das Tier unbeholfen an der Wasseroberfläche trieb. Das Personal im HHTH brachte Bleigewichte am Schildkrötenpanzer an, um diese Defizite auszugleichen. Wegen ihrer geringen Größe und weil die Bleigewichte wachstumsbedingt häufig ausgetauscht werden müssen, wurde Christmas als nicht auswilderungsfähig eingestuft. Theater of the Sea erklärte sich bereit, die Meeresschildkröte dauerhaft aufzunehmen. Am 9. August 2007 kam Christmas in den Park, hat sich seither bestens eingelebt und nimmt mit ihren Poolkameraden gerne an Training und Angeboten zur Verhaltensanreicherung teil.

Jahna

Jahna ist eine erwachsene Grüne Meeresschildkröte (Chelonia mydas). Sie wurde am 8. September 2003 am Strand von St. Croix auf den US-amerikanischen Jungferninseln entdeckt. Nach der Eiablage an Land wurde Jahna von einem Rudel verwilderter Hunde angegriffen. Da Meeresschildkröten ihren Kopf und ihre Schwimmflossen nicht in den Panzer einziehen können, wurde Jahna an Schwimmflossen, Nacken und Augen schwer verletzt. Die Verletzungen wurden zwar operativ behandelt, leider aber mussten Jahna infolge des Angriffs die Augen entfernt werden. Das somit komplett blinde Tier wurde anschließend monatelang im HHTH umsorgt, bevor Theater of the Sea Jahna am 14. Januar 2004 in seine Obhut nahm. Obwohl sie blind ist, kommt die Meeresschildkröte dank ihrer anderen Sinne gut zurecht. Sie reagiert auf Unterwassersignale zum Füttern und orientiert sich mithilfe fühlbarer und mental eingeprägter Wegweiser geschickt in ihrem Becken. Jahna ist ein friedliches und sanftmütiges Tier mit einem ungebrochenen Lebenswillen und zeigt jeden Tag, dass auch Tiere mit einem Handicap souverän umgehen können.

Jahna
Henry

Henry

Ich bin Henry, eine Grüne Suppenschildkröte (Chelonia mydas). Seit 1999 wohne ich in Theater of the Sea. Ich bin ein freundlicher Kerl und mache mich sofort Richtung Trainer auf, wenn ich einen sehe. Ich bin gerne mitten im Trubel, sonne mich gerne und fresse nahezu alles, was mir unter die Nase kommt, besonders aber Gemüse. Weil ich dauernd auf etwas herumkaue, nennen mich die Trainer auch „Hungry-Hungry-Hippo“.

In Theater of the Sea leben drei gerettete Krokodile. Auch diese Tiere erhalten Training und Angebote zur Verhaltensanreicherung, um …

  • • den Gästen Wesen und Charakter dieser faszinierenden Tiere zu zeigen;
  • • das Verständnis für ihre Persönlichkeit zu fördern;
  • • dem negativen Image entgegenzuwirken, das Krokodilen in der Wahrnehmung der Menschen anhaftet;
  • • Aggressionen abzubauen;
  • • die Instandhaltung ihres Lebensraumes zu vereinfachen;
  • • ein positives Verhältnis zwischen Tieren und Tierpflegern aufzubauen;
  • • bessere Zucht- und Aufzuchtmethoden zu ermöglichen und
  • • geistige und körperliche Anregung zu schaffen.

Piper

Piper ist ein junges männliches Exemplar eines Mississippi-Alligators (Alligator mississippiensis), das von Dr. Kevin Fitzgerald von Animal Planet aus einem ungeeigneten Zuhause im US-Bundesstaat Colorado befreit wurde. Piper zog im Juni 2008 mit gerade einmal zwei Kilogramm Gewicht bei Theater of the Sea ein.

Piper
Alley

Alley

Alley ist ein erwachsenes Alligatorweibchen (Alligator mississippiensis) und lebt seit 1995 in Theater of the Sea. Ihr Besitzer, der Inhaber eines T-Shirtladens, hatte sie aufgezogen, konnte sie aber aufgrund ihrer Größe nicht länger behalten.

Igor

Igor ist eine Kreuzung aus einem Amerikanischen Krokodil und einem Kubakrokodil (Crocodylus acutus). Er wurde von einer Schiffsschraube getroffen und ist seither am Schwanz verletzt. Obwohl die Wunde komplett verheilt ist, kann Igor nicht mehr ausgewildert werden, da er ein hybrides Tier ist. Bis zu seinem Wechsel nach Theater of the Sea im Juli 2008 wurde er im Miami Metrozoo gehalten.

Igor
Gunther

Gunther

Gunther ist ein großer Grüner Leguan (Iguana iguana). Als er seinem Besitzer zu groß wurde, wurde er an einen Zoo abgegeben, dort aber schnell von den anderen Leguanmännchen verdrängt. Die Zooleitung fragte dann bei Theater of the Sea an, ob wir Gunther nicht dauerhaft aufnehmen könnten. Gunther ist zutraulich, lässt sich von seinen Pflegern hochnehmen und streicheln und liebt es, mit Wasser aus einer Flasche bespritzt zu werden.

Leguane werden gerne als Haustiere gehalten. Leider ist das auch ihr Schicksal, da die Haltungsbedingungen oftmals nicht optimal sind. Viele Tiere sterben schon nach einem Jahr, obwohl sie bis zu 20 Jahre alt werden können. Andere werden ins Tierheim gegeben oder einfach ausgesetzt. Auf diese Weise gelangten sie auch in die Florida Keys. In Florida gelten Leguane als invasive Art. Sie vermehren sich rasant und stellen für die heimischen Pflanzen und Tiere somit eine Bedrohung dar.

Rambo

Unser Virginia-Uhu (Bubo virginianus) Rambo wurde vom Miami Museum of Science aufgegriffen und versorgt. Da er auf den Menschen geprägt ist und seine natürliche Scheu vor ihm verloren hat, kann er nicht mehr ausgewildert werden. Seit 1989 ist Theater of the Sea daher sein permanentes Zuhause.

Rambo